Hamsterrad oder Jetpack? Fünf Thesen zur digitalen Revolution

5 Thesen, wie die digitale Revolution die Agenturwelt und die Zusammenarbeit mit Kunden verändert

Wer kennt ihn nicht: Der Otto-Katalog. Einst Symbol des Wirtschaftswunders, löst er bei der jüngeren Generation geradezu Unverständnis aus. Für eine Bestellung musste man Nummern notieren, eine Hotline anrufen oder gar einen Bestellschein per Post schicken. Bezahlt wurde an der Haustür per Nachnahme. Kaum vorstellbar für Menschen unter 30.

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Quelle: Georg Obermayr, ADVERMA

These 1: Das Schwungrad der technischen Revolution dreht sich immer schneller

Von den ersten Gehversuchen des kommerziellen Internets bis zum durchgestylten Shopping-Erlebnis dauerte es nur wenige Jahre. Und: Die Geschwindigkeit, in der sich die Digitale Revolution vollzieht, erhöht sich weiter. Während Unternehmen nur zögerlich reagieren, haben viele ihrer Kunden weniger Berührungsängste. Heute mehr denn je sind User im Netz aktiv auf der Suche. Die Unternehmen müssen liefern – oder sie finden nicht statt. Für die Agenturen bedeutet das nicht nur ein einen erhöhten Beratungsbedarf auf Kundenseite, sondern auch mehr Druck, sich nicht auf dem einmal Erreichten auszuruhen. Die Halbwertszeit eines „Best Practices“ wird kürzer und kürzer.

These 2: Erfolg im Netz hängt heute gleichermaßen von Inhalt, Präsenz und Darstellung ab

In der Anfangszeit des Internets genügte es, überhaupt eine Website präsentieren zu können. Ein paar Texte, einige komprimierte Bilder – das war’s. Internetagenturen suchte man zu dieser Zeit vergebens, Internet war die Domäne der selbstbefähigten Programmierer. Markenkommunikation war ansonsten weiter so analog wie zuvor. Ende der Neunziger nimmt die Professionalisierung zu, und auch PR- und Marketing-Agenturen entdecken den neuen Kommunikationskanal für sich. Viele Firmen nutzen nun die Chance, mit einem ansprechend gestalteten Webauftritt ein starkes Zeichen in der Öffentlichkeitsarbeit zu setzen.

These 3: Die Gewichtung von Print und Digital verschiebt sich, Stories werden crossmedial

Von Konzernen, aber längst auch von den KMU wird heute erwartet, eine hochwertige und informative Webpräsenz vorweisen zu können. Die Umsetzung übernehmen hochspezialisierte Kreativ- oder Internet-Agenturen. Nur derartig spezialisiert können sie das Niveau halten, das von Kunden und Usern erwartet wird. Webdesigner und IT-Spezialisten schaffen heute gemeinsam Webauftritte, die sich nicht hinter den Gestaltungsansprüchen der Print-Kreativen verstecken müssen. Zumal die Grenzen hier ohnehin immer stärker verschwinden. Und bis Papier vollständig aus unserem Alltag verschwindet (falls überhaupt), sind Agenturen gut beraten, Print und Digital stets als Einheit zu denken. Nur so entsteht ein konsistenter Unternehmens- oder Markenauftritt über alle Kanäle und Zielgruppen hinweg.

These 4: Agenturen müssen sich immer weiter professionalisieren, um Kundenbedürfnisse zu erfüllen

Neben ansprechender Gestaltung, ist ein Kriterium im Web essentiell: Gut gefunden zu werden. Dadurch nimmt das Optimieren von Code und Seitenaufbau für Suchmaschinen (search engine optimization, kurz SEO) eine immer wichtigere Rolle ein. Um dieser zusätzliche Anforderung gerecht zu werden, setzen Agenturen verstärkt entsprechende Spezialisten ein.

These 5: Das Internet zieht in immer mehr Lebensbereiche ein: Mobile Surfing und Smarte Alltagsgeräte sind nur der Anfang

Der Anteil an Smartphones und Tablets am Elektronikmarkt steigt zusehends. Zurück geht dagegen die Nutzung von Laptops und PCs. Smarte Geräte sind auf dem Vormarsch. Wenn deutsche Unternehmen hier nicht ins Hintertreffen geraten wollen, können und müssen sie auf professionelle und hochspezialisierte Agenturen vertrauen. Für die Agenturen bedeutet das konstante Weiterentwicklung bei Mitarbeitern, Prozessen und Techniken – aber auch immer neue Überzeugungsarbeit beim Kunden. Denn die müssen sich letztlich immer wieder auf Neues einlassen.